Milben. Überall Milben.

Das Wetter wird besser. Man hat sich gerade wieder daran gewöhnt, dass die Hühner nach der Winterpause wieder Eier legen. Es geht bergauf. Der Sommer kommt. So kann es weitergehen.
Und dann: Schon krabbelt es einen wieder beim Eier holen. Die meisten Hühnerhalter kennen es. Jenen, denen es bis jetzt erspart geblieben ist, gönnen wir es von Herzen, dass Sie sich noch nicht mit Milben herumplagen mussten.
In diesem Beitrag möchten wir zusammenfassen, wie wir unsere erste große Milbenplage in den Griff bekommen haben. Weil wir hierbei sehr gute Erfahrungen mit unseren selbst gefertigten Milbensperren gemacht haben, werden wir diese bald auch in unserem Onlineshop zum Verkauf anbieten.
Daneben findest auf unserer Seite auch eine Anleitung zum Selberbauen für eine einfache und günstigen Sperre.
Für uns hat die hier beschriebene Kombination an Methoden gut funktioniert. Andere Methoden funktionieren aber natürlich auch.
Schön, dass du hier bist. Viel Spaß beim Lesen. Und das Wichtigste: Never give up. 😉
Wichtiger Hinweis
Das Nachmachen oder Umsetzen der hier beschriebenen Inhalte erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung. Unsere Berichte ersetzen keine fachliche Beratung. Bitte wende Dich bei spezifischen Fragen oder Problemen stets an einen entsprechenden Fachmann.
Egal, welches Produkt du einsetzt. Achte bei jedem Produkt strikt auf die Zulassung und beachte die Sicherheitshinweise und die Packungsbeilage. Wenn zum Beispiel, bei der Verwendung von Kieselgur ein geeigneter Atemschutz gefordert wird, solltest Du dies zwingend befolgen. Mit eventuell lungengängigem Staub ist wirklich nicht zu spaßen.
Nun aber weiter im Text. 😉
Persönliche Erfahrungen
Bei unserem ersten großen Milbenbefall war unser erster Gedanke nach einer kurzen Google-Suche: Milbensperren. Kommt die Milbe nicht zum Huhn, sollte das Problem gelöst sein. Bloß keine Chemie.
Dies war bei uns aber bei Weitem nicht ausreichend. Täglich sind aus Milbeneiern neue Milben geschlüpft. Alle paar Tage waren wieder vollgesaugte fette Milben unter der Stange zu sehen.
Wir haben gekälkt. Wir haben täglich Kieselgur verstreut. Wir haben gereinigt. Aber immer: Spätestens nach zwei Wochen war klar, dass der Kampf noch nicht gewonnen war.
Schlussendlich hat für uns folgendes funktioniert. Mit einem Unkrautbrenner haben wir den Stall von innen und außen und das ausgebaute Interieur, soweit möglich, großzügig abgeflämmt. (Hier muss man natürlich extrem vorsichtig sein.) Auf das frische Stroh in den Legenestern haben wir Kieselgur gestreut. Die Milbensperren haben wir frisch gereinigt unter die Sitzstangen gebaut und täglich kontrolliert. Diese Maßnahmen zusammen haben die Zahl der Milben bei uns nachhaltig reduziert.
Zusätzlich haben wir in den ersten Tagen nach der Plage täglich die Sitzstangen mit Salatöl eingerieben, um Milben, die frisch über die Hühner auf die Stange gelangt sind, an einer erneuten Massenvermehrung zu hindern. Dazu die Milbensperren kontrolliert und regelmäßig das Stroh im Legenest inklusive Kieselgur erneuert.
Beim Ausbringen der Kieselgur sollte man wegen des Feinstaubs allerdings unbedingt eine Atemschutzmaske tragen.
Seitdem ist unser Milbenproblem gebannt. Und das Beste: Die Milbensperren arbeiten ohne Chemie und haben keine Wartezeit auf Eier oder Fleisch zur Folge.
Die Kieselgur in den Legenestern könnte man aufgrund der Milbensperren vielleicht sogar weglassen. Aber sicher ist sicher.
Unser Sieg über die Milbenplage in Bildern
Hier noch ein paar „Impressionen“ aus dem Stall. Es soll nicht wie Schleichwerbung rüberkommen. Nachdem der Befall besiegt war, waren wir allerdings schon ein wenig stolz auf unsere Sperre. 🙂 Natürlich klappt das mit Sperren anderer Verkäufer auch. Außerdem zeigen wir dir in einem separaten Beitrag wie du mit einfachsten Mitteln dir schnell selbst eine Sperre bauen kannst.
Aber jetzt viel Spaß mit den Bildern.

Boden unter einer Stange ohne Milbensperre
Zum Testen der Sinnhaftigkeit einer Milbensperre haben wir bei einer Stange auf diese verzichtet. Während die Stange selbst fast milbenfrei war, war der Boden unter dem Stroh unter dieser Stange voller Milben. Eklig.

Unterseite einer Stange mit Milbensperre ohne zusätzliche Maßnahmen.
Die Unterseite der Stange mit Milbensperre war innerhalb kürzester Zeit wieder voller Milben. Das Stroh unter der Stange war dafür fast milbenfrei.

Die Milbensperre nach ein paar Tagen im Einsatz
Eine nicht unerhebliche Zahl an Milben scheint nach Kontakt mit dem Pflanzenöl weitergekrochen zu sein. Die Milben, die auf dem Bild zu erkennen sind, sind tot. Für uns ein deutliches Zeichen, dass die Milben die Barriere – wenn überhaupt – nur schwer überwinden können.

Stall nach dem Abflammen. Sperren und Stangen wieder eingebaut.
Stroh raus. Wärme rein. Da Holzställe extrem schnell Feuer fangen können, sollte man hier wirklich mit maximaler Vorsicht vorgehen und zwingend ein geeignetes Löschmittel griffbereit halten.
Um den Milben keine unnötigen Versteckmöglichkeiten zu bieten, bleibt der Stallboden bei uns ab jetzt im Sommer strohfrei.

Belastungstest extrem mit dem Unkrautbrenner
Gucken, was geht. Für ein paar Sekunden mit dem Unkrautbrenner direkt auf eine Sperre gehalten und diese wieder eingebaut. In diesem Fall nach wie vor funktionstüchtig. Trotzdem sollte man sie ausbauen um die Sperre nicht zu zerstören.
Bitte nicht nachmachen!

Geölte Stange & Milbensperre eine Woche später
Nachdem wir Stall und Interieur so weit es ging abgeflämmt haben, kommen kaum noch Milben nach. Die Stange wird regelmäßig geölt. Die Sperre bleibt weitestgehend sauber. Das Gröbste scheint überstanden.

Ohne Beschichtung: Nicht schön aber behält die Funktion
Ohne Beschichtung – egal ob beschädigt oder nicht vorhanden – das Öl zieht tief in die Sperre ein. Die Reinigung wird erschwert. Trotzdem: In diesem Fall bleibt die Barrierewirkung erhalten.

Milbensperre: Den Namen hat sie sich zur Gänze verdient.
Wir sind zufrieden. Inzwischen verwenden wir Wasser mit einem Schuss Salatöl. Weniger Ölverbrauch bei gleicher Barrierewirkung. Geringe Verdunstung des Wassers durch die Ölschicht.

Käthe, unsere Älteste, kann es wohl nicht erwarten. Draußen ist es noch hell.
Den Milben ist der Weg zu den Hühnern massiv erschwert.
Interesse an unseren Sperren. Das freut uns sehr. Für weitere Informationen klicke auf diesen Button:

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